Bede BD-5J Microjet

Red Bullet - Der Jet von 007

Der Blick geht unwillkürlich nach oben, wenn man zum ersten Mal die Ausstellungshalle des Hangar-7 betritt. Hoch zum gläsernen Himmel und der Threesixty Bar. Und natürlich zu den mächtigen Propellern und den Pilotenkanzeln der Warbirds. Der BD-5J Microjet fällt erst später ins Auge – die heiterkeit und freude, die er bei vielen Besuchern auslöst, übertrifft seine Grösse jedoch bei weitem.

„Fliegt der wirklich? Das ist doch ein Modellflugzeug, oder?“ Die Mitarbeiter des Hangar-7 haben sich an solche Fragen gewöhnt. Kein Wunder. Unter dem Rumpf einer DC-6 platziert, wirkt der 3,80 Meter lange Microjet BD-5J wie ein Spielzeug und lässt selbst erklärte Flugphobiker wieder daran glauben, dass Fliegen eigentlich kinderleicht und richtig vergnüglich sein muss.

Einen ähnlichen Eindruck haben wohl auch Sigi Angerer und Dietrich Mateschitz gewonnen, als die beiden vor 18 Jahren einem BD-5J zum ersten Mal auf der Oshkosh Airshow in den USA begegnet sind. Damals noch im Kleid eines amerikanischen Bierbrauers, waren die Microjets gern gesehene Gäste auf Flugshows. Starruhm hatte der kleinste bemannte Jet der Welt bereits 1983 erlangt, mit einem waghalsigen Auftritt im James Bond-Film Octopussy. Dank einer Spannweite von knapp fünf Metern, einem Turbinentriebwerk mit kraftvollen 328 Pfund Schub und einer Höchstgeschwindigkeit von fast 500 km/h sind die Maschinen prädestiniert für spektakuläre Manöver in der Luft.

Der Kontakt nach Salzburg wurde 2008 durch den Flying Bulls-Piloten Guido Gehrmann wiederbelebt. Der ehemalige Drachenflugweltmeister hat ein Faible für kleine, wendige Luftfahrzeuge – und der Microjet passte genau in sein Beuteschema. Als der Anruf kam, ein BD-5J sei zu verkaufen, wurde nicht lange gezögert. Von den 14 jemals gebauten Maschinen existieren heute gerade noch drei flugfähige Exemplare. „Der Microjet ist von den Flugeigenschaften erstaunlich gutmütig und eigentlich einfach zu fliegen. Lediglich die Landung ist ungewohnt, da das Fahrwerk so kurz ist“, sagt Gehrmann. „Segelflugerfahrung ist deshalb ratsam. Aber in der Luft sind dem Spaß mit dem Flieger keine Grenzen gesetzt.“

Factbox

Name: Bede BD-5J Microjet N53EJ
Hersteller: Bede Aviation / Bill Zivko
Werknummer: 53BD
Flügelspannweite: 5,20 m
Länge: 3,80 m
Höhe: 1,70 m
Max. Abfluggewicht: 544 kg
Höchstgeschwindigkeit: 250 kts / 460 km/h
Reisegeschwindigkeit: 190 kts / 350 km/h
Reichweite: 600 km
Triebwerk:  Microturbo TRS 18-1-202
Leistung: 328 lbs / 150 kg
Dienstgipfelhöhe: 30.000 ft / 9.150 m
Baujahr:  1988
Sitze:  1
Info/Specials:  Leergewicht 232 kg

James Bond blieb auf dem Boden

Der 007-Film „Octopussy“ (1983) machte die BD-5J berühmt. Eigentlich hätte der Mini-Jet bereits vier Jahre zuvor in „Moonraker“ zum Einsatz kommen sollen, was aber eine Überschreitung des Budgets verhindert hatte. Für „Octopussy“ verwendete man gleich drei BD-5J-Jets, von denen jedoch keiner flugfähig war. Nur dank ausgeklügelter Filmtechnik sah es so aus, als würde Roger Moore damit abheben.

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